Wort zum Sonntag 4. Sonntag vor der Passionszeit, 10. Februar 2019

Mächte, die unser Leben bestimmen

Natürlich möchten wir möglichst selber die Bestimmer über unser Leben sein.  Aber wissen natürlich auch, dass es viele Dinge gibt, die in unser Leben hinein wirken und es entscheidend mit prägen und die wir zumindest nicht total in unserer Hand haben. Da fallen uns sicher solche Dinge ein wie eigene Begabungen, die Familie, in die wir hineingeboren sind, das soziale Umfeld und die gesellschaftlichen Verhältnisse, in denen wir aufwachsen, Gesundheit, Freunde und Bekannte, das Arbeitsumfeld und etliches mehr. Unser Leben wird aber auch bestimmt durch Begriffe wie Glück, Vernunft, Zeitgeist, Sorgen, Tod und nicht zu vergessen Liebe.

Wenn wir die Bibel aufschlagen und darin beginnen zu lesen, wird uns vieles beim ersten Lesen fremd vorkommen. Das ist ja auch ganz natürlich, sind die Texte denen wir begegnen doch schon zwischen zwei- bis dreitausend Jahre alt und manche Geschichten dahinter noch viel älter. Aber eines ist gewiss, wir werden beim Lesen all den Mächten wieder begegnen, die wir hier genannt haben und die unser Leben bestimmen oder doch wesentlich auf unser Leben einwirken. Es sind lebendige Geschichten von Menschen in den unterschiedlichsten Beziehungen, Partnerschaften, Freundschaften, Glaubensgemeinschaft oder der Zugehörigkeit zu einem Volk. Aber eines haben alle Geschichten der Bibel gemeinsam, eine Beziehung zieht sich wie ein roter Faden durch alles hindurch, die Beziehung zu Gott und zu Jesus Christus. Die Bibel berichtet davon, wie diese Beziehung Menschen trägt, bewegt, ermutigt, korrigiert, aufrichtet, ja rettet! Aber was zeichnet nun diese Beziehung aus? Was ist das Besondere an ihr, dieser Gottesbeziehung, die sich im gelebten und bekannten Glauben ausdrückt?

1977 habe ich mich entschieden, auf die Anrede Jesu an mich, „Ich liebe Dich und ich möchte, dass Du meine frohe und befreiende Botschaft weiter sagst“, mit dem bewussten „Ja“ meines Glaubens zu antworten. Ich habe mein Außenwirtschaftsstudium in Berlin abgebrochen, habe ein Jahr u.a. in der Diakonie bei der Pflege von geistig behinderten Männern gearbeitet und 1978 mein Theologiestudium in meiner Heimatstadt Greifswald begonnen. Nun bin ich seit über 30 Jahren als Pastor im Verkündigungsdienst und werde am Sonntag dem 10. Februar um 11 Uhr im Gottesdienst in Wilster zum 1. April in den Ruhestand verabschiedet.

Die Macht, die seither mein Leben bestimmt hat einen konkreten Namen: Jesus! Und es ist nicht eine beherrschende, einschränkende, niederdrückende Macht, wie viele Mächte dieser Welt, sondern eine befreiende, belebende Macht, die Macht der Liebe Gottes! Mein Leben ist seit damals nicht ohne Fehler und Versagen verlaufen. Es gab Höhen und Tiefen, Erfolg und Scheitern, aber in allem hat Gott mich gehalten und getragen. Dafür bin ich von Herzen dankbar! Ich bin auch dankbar, dass er mich für die letzten knapp vier Jahre meiner aktiven Dienstzeit hierher nach Wilster geführt hat. Ich fühle mich sehr wohl in dieser Gemeinde, mit ihren liebenswerten Menschen, der wunderschönen St. Bartholomäus- Kirche, der herrlichen Kirchenmusik und der rauen und doch so anheimelnden Marschlandschaft.

Aber das entscheidende sind natürlich die Menschen, ob es der Seniorenbibelkreis, das Männerfrühstück, der Basarkreis, die Gottesdienstbesucher oder auch die Menschen sind, die an den Schnittpunkten des Lebens wie Taufe, Trauung oder Beerdigung meine Begleitung suchten. Immer wieder bin ich ganz viel Liebe begegnet. Menschen, die sich füreinander einsetzen, einander beistehen, sich trösten und ermutigen, Freude miteinander teilen.

Paulus schreibt im 1.Korintherbrief 13,13: „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung Liebe, aber die Liebe ist die Größte unter ihnen“. Ja, das kann ich guten Gewissens unterschreiben!  Möge die Liebe Gottes unsere Herzen regieren und unsere Taten leiten. Möge die liebe unseres Herrn Jesus Christus stärker sein als aller Unfrieden und Streit. Möge die Liebe des Heiligen Geistes Brücken der Vergebung und Versöhnung bauen und Menschen einladen, ihr Leben Jesus Christus anzuvertrauen.

Möge die Liebe der rote Faden sein, der sich durch unsere Kirchengemeinde zieht und Menschen verbindet im Vertrauen auf den Gott, von dem Johannes bezeugt 1. Johannes 4,16: „Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm“.

Danke für die gute Zeit in Wilster. Gott segne und behüte Sie. In herzlicher Verbundenheit Ihr Pastor Dr. Wolfgang Schulz

Wir veröffentlichen unser geistliches Wort  wöchentlich im "Keesblatt", einem Anzeigeblatt für die Wilstermarsch. An dieser Stelle erscheint jede Woche ein aktuelles "Wort zum Sonntag", die "Online-Version".

 

Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der Kirchengemeinden in der Region Nord/West, Kirchenkreis Rantzau Münsterdorf
Verantwortlich: Pastor Jens Siebmann, Schulstraße 2, 25599 Wewelsfleth,
) 04829/380

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