Wort zum Sonntag

Altes neu gehört  (Von alten Schriften und neuen Lautsprechern)

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

ertappen Sie sich auch ab und zu dabei, dass Sie sich etwas wünschen und es sich durchaus leisten könnten, es aber mit fast ritueller Regelmäßigkeit wieder aufschieben, weil es ja doch nicht so wichtig sei? Ich beobachte mich ja auch schon einige Jahrzehnte und bin selbst nicht frei von dieser Marotte.

In den 80er Jahren, nach Aus- und Fortbildung, leistete ich mir eine damals sehr zeitgemäße Musikanlage und wir haben uns richtig aneinander gewöhnt. Sie begleitete mich durch sämtliche Lebenslagen des Erwachsenwerdens. Im letzten Jahr erhärtete sich dann doch in mir der Wunsch, diese alte Anlage langsam ins private Museum auf dem eigenen Dachboden zu befördern. Viele Jahre hatte ich mittlerweile mit der Investition gezögert. Nun war es aber endlich an der Zeit. Auch meine bereits fast 30 Jahre alten, aus meiner Sicht immer noch guten Lautsprecher, ersetzte ich durch deutlich Edlere. Mit ihrer Hilfe bringt jetzt das Hören der geliebten Schallplatten ganz unerwartet deutlich mehr Spaß. Ich bin immer wieder erstaunt über Musikinstrumente, die mir nun in den bestens bekannten Musikstücken präsentiert werden, welche die alten Lautsprecher schlicht „verschluckten“. Plötzlich entdecke ich die mir so vertrauten Lieder ganz anders, viel intensiver. Manchmal klingen sie sogar wie ganz neu aufgelegt.

Wenn wir uns unseren Tauf-, Konfirmations- oder Trauspruch hin und wieder einmal anschauen, ist es erstaunlich wie diese längst bekannten Worte uns in den unterschiedlichsten Lebenslagen anders und damit neu und von einer bis dato unbekannten Seite ansprechen können. Manchmal berühren sie uns weniger und manchmal etwas mehr an. Stellenweise aber erobern sie unser Herz und „haken“ in uns ein. Und zwar dann, wenn sie uns zur rechten Zeit, genau im richtigen Moment erreichen! Wir nehmen sie plötzlich ganz aktuell wahr, sie können dann viel tiefer in uns eindringen. Vielleicht ähnlich wie meine alte Musik, die mich plötzlich durch die bessere Technik mit einer unbekannten Qualität anspricht und neu erreicht. Und mich zum Teil, so ungewohnt und unverfälscht präsentiert, völlig überrascht!

Vielleicht haben Sie ja einmal Zeit, ihren Lieblingsfilm oder ihr Lieblingsbuch wieder auszugraben. Ich bin gespannt, was diese oftmals sehr bekannten Bilder und Worte heute, mit einem gewissen Abstand mit Ihnen machen!

Ich werde mir heute meinen Konfirmationsspruch einmal wieder anschauen.

Ihr Achim Franzen

 

Wir veröffentlichen unser geistliches Wort  wöchentlich im "Keesblatt", einem Anzeigeblatt für die Wilstermarsch. An dieser Stelle erscheint jede Woche ein aktuelles "Wort zum Sonntag", die "Online-Version".

 

Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der Kirchengemeinden in der Wilstermarsch
Verantwortlich: Pastor Jens Siebmann, Schulstraße 2, 25599 Wewelsfleth,
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