Wort zum Sonntag

  

Das ist aber auch klein geschrieben…

Es ist schon ein wenig her. Geahnt hatte ich es schon: dass ich die Zeitung nur noch schlecht lesen konnte, lag nicht daran, dass die Schriftgröße geändert worden war. Richtig bewusst wurde mir die Situation jedoch bei einer Reise.

Ich wollte meine Tochter in ihrem Au pair Jahr besuchen und musste in Salt Lake den Flieger wechseln. Die Zeit zum Umsteigen wurde selbst von der Fluggesellschaft als „sportlich“ bezeichnet. Froh durch die Einreiseschleuse hindurch zu sein, sah ich auf meine Bordkarte, nahm die Beine in die Hand und flitzte zu meinem Gate. Die Nummer auf der Karte wollte aber nicht kommen und so flitzte und flitzte und flitzte ich. Irgendwann entschloss ich mich, so einen netten jungen Mann in Uniform zu fragen, wo denn bitte mein Gate wäre (gedacht hab` ich: Doof ausgeschildert bei euch!) Er grinste mich an und meinte: Wenn ich weiterhin meinen Sitzplatz auf dem Flughafen suchen würde, würde ich meinen Flieger nie finden.

Das ist die Crux mit den Dingen, die einem einfach am offensichtlichsten erscheinen, weil sie groß gedruckt sind.

Die ganze Werbebranche lebt davon, dass wir auch visuell gesteuert sind.

Wir befinden uns im sogenannten Luther-Jahr. 500 Jahre Reformation!!! Und was soll ich sagen, von der Werbewirksamkeit bestimmter Personen - bei Luther, keine Spur. Egal aus welcher Perspektive ich mir Luther ansehe, er hat einfach keine Ähnlichkeit mit George Clooney. Der Schönheitswahn der heutigen Zeit und Luther passen einfach nicht zusammen.

Und dennoch, gibt es sogar Nudeln mit seinem Konterfei.

Luther hat uns einige markige Sprüche hinterlassen:

Iss, was gar ist,

trink, was klar ist,

sag`, was wahr ist.

Dafür gibt es aber noch keine Nudeln oder sogar Playmobilfiguren.

Luther hat die Tür aufgestoßen zu dem Vertrauen darauf, dass wir uns nicht durch das Bewältigen religiöser Olympiade-Disziplinen oder den Versuch uns von Schuld freizukaufen,  die Gnade, wenn gar die Liebe Gottes verdienen müssen. Wir dürfen einfach an Gottes Gnade und Liebe glauben und ihm uns anvertrauen.

Wer in der Bibel so eine befreiende Botschaft findet, muss dann auch nicht wie George Clooney aussehen. Und über die Nudeln mit seinem Konterfei kann man schließlich etwas mehr Soße gießen.

Meinen Flieger habe ich übrigens trotz meines Irrlaufes noch rechtzeitig erreicht. Der Pilot war nämlich auch noch nicht da. Inzwischen besitze ich eine Gleitsichtbrille, wenn ich mich jetzt in den Wirrungen meines Lebens verlaufe, wenigstens mit besserer Sicht.

Ich wünsche allen einen schönen Sonntag und freue mich, dass der Reformationstag in diesem Tag ein Feiertag ist.

 

Ihre Beritt Mahrt

 

 

Wir veröffentlichen unser geistliches Wort  wöchentlich im "Keesblatt", einem Anzeigeblatt für die Wilstermarsch. An dieser Stelle erscheint jede Woche ein aktuelles "Wort zum Sonntag", die "Online-Version".

 

Herausgeber: Arbeitsgemeinschaft der Kirchengemeinden in der Wilstermarsch
Verantwortlich: Pastor Jens Siebmann, Schulstraße 2, 25599 Wewelsfleth,
) 04829/380

Wir freuen uns über Ihre Reaktion! Schicken Sie uns eine Mail!

Hier geht's zu den Kirchengemeinden der Wilstermarsch:
Kirchengemeinde Wilster
  Kirchengemeinde Wewelsfleth  Kirchengemeinde Beidenfleth
Kirchengemeinde St. Margarethen/Brokdorf Kirchengemeinde Krummendiek/Mehlbek