Wort zum Sonntag

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Wort zum 2. Advent, 10.12.2017

„Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht.“ Lukas 21,28

 

Ein Mann geht mit gesenktem Blick durch die adventlich geschmückten Straßen,von deren Lichterglanz er gar nichts wahrnimmt. Er ist unterwegs zum Krankenhaus. Seine Tochter ist mit einem Kreislaufzusammenbruch dort eingeliefert worden. Gerade erst hatte er es von seinem Schwiegersohn erfahren. Der ist überhaupt an allem schuld! Warum ließ der es zu, dass seine Tochter so schwer arbeiten musste, den Haushalt, die Kinder und dann noch den Bürodienst in dem kleinen Handwerksbetrieb des Schwiegersohnes. Ja, er hasste ihn dafür. Als er das Krankenhaus erreichte, strahlten ihm  in der Eingangshalle die Kerzen eines Christbaums entgegen.Um die Ecke auf der Wartebank  im Flur sitzt sein Schwiegersohn, völlig in sich zusammen gesunken. Groll und Wut steigen in dem Mann hoch. Er möchte seine Wut dem Schwiegersohn  entgegenschreien. Da blickt sein Schwiegersohn auf, mit eingesunkenen Augen und bebenden Lippen sagt er: „Es ist Visite da drinnen.“

Dieses Bild des Elends, die flackernde Angst und Sorge in seinem Blick, die bebenden Lippen lassen den Zorn des Mannes verebben und er hört sich etwas sagen, was er nie für möglich gehalten hatte: „Es wird alles gut, mein Junge!“  Da hatte wohl das Licht des Advents, das Licht der Liebe Gottes, die in Jesus in unsere Welt scheint und von denen die Advents- und Weihnachtskerzen künden, sein Herz hell und warm gemacht.(nach Renate Dopatka)

Wie viele unter uns mögen solche und ähnliche Lasten auf ihrer Seele tragen, ungeklärte Beziehungen, Angst vor der Zukunft, Scham für eigenes Versagen, nicht gewährte Vergebung, unbewältigte Probleme usw.

Das alles macht uns unfrei, lässt uns den Blick senken und gebeugt unseren Weg gehen. Mitten hinein in diese Situation ruft uns Jesus zu: „Seht auf und erhebt eure Häupter, weil sich eure Erlösung naht!“ Erlösung geschieht dort, wo sich die Knoten unserer Unbarmherzigkeit, unserer Angst, unserer Friedlosigkeit lösen, wo wir es zulassen, dass Gottes Liebe in Jesus Christus unsere harten Herzen erweicht, wo wir einander vergeben, aufeinander zugehen und uns die Hände zur Versöhnung reichen. Wie gut, wenn auch wir die Adventszeit, die Ankunftszeit unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus zum Anlass nehmen, aus den Verkrustungen und Enttäuschungen unseres Lebens aufzubrechen, den Kopf zu erheben und voll freudiger Erwartung dem entgegen zu gehen, der immer schon zu uns unterwegs ist, Jesus. So wie wir früher die Knoten von einem verschnürten Weihnachtspäckchen lösen mussten, oder heute das Klebeband durchschneiden,  um an seinen Inhalt zu kommen und die verpackte Weihnachtsfreude entdecken zu können, so möchte Jesus all die Verknotungen unseres Lebens lösen, damit das weihnachtliche Geschenk der Liebe Gottes erstrahlen kann.

Was kann es schöneres geben, als wenn Menschen einander vergeben! In dem Moment beginnt die neue Welt Gottes, sein Friedensreich mitten unter uns.

Ich wünsche Ihnen eine gesegnete und erlöste Advents- und Weihnachtszeit.

 

Ihr Pastor Dr. Wolfgang Schulz

 

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