Unsere St. Nicolai Kirche
und ihre Geschichte
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809 |
Erste
urkundliche Erwähnung des Ortes Beidenfleth (Beyenfleth) in den Jahrbüchern
Einhards (770-840, er war ein Vertrauter Karls des Großen). Beidenfleth
wird dort als Ort der Begegnung zwischen dem Gesandten Karls des Großen
(Graf Egbert) und des Dänenkönigs Göttrik aufgeführt. |
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1108 |
Im
Schutze der ersten Deiche wird eine Kapelle gebaut. (Vermutlich stammen
die Fundamente des Altarraumes aus dieser Zeit. |
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In
der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts kamen die Holländer ins
Land; sie entwässerten und kultivierten die niedere Marsch. Sie
brachten die Kunst des Ziegelbrennens mit und bauten eine neue Kirche,
die sie St. Nicolaus als dem Schutzpatron der Schiffer weihen ließen. |
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1325 |
St.
Nicolai zu Beidenfleth wird im Verzeichnis der Hamburger Domkirche
urkundlich genannt. |
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1345 |
ist
der bronzene Taufkessel gegossen worden; wahrscheinlich am Glockengießerwall
in Hamburg. In Spiegelschrift am oberen Rand ist das genaue Datum zu
erkennen: 1345 am Tage des Evangelisten Markus (25. April). Die
Krönung der Himmelskönigin Maria (im Altarraum rechts) stammt
aus derselben Zeit und hat zum mittelalterlichen Altar gehört. Die
Anna Selbdritt (Mutter Anna, Tochter Maria, Enkel Jesus) ist
ebenso alt, sie soll in Krempe geschnitzt worden sein. |
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Um
1500 |
wurden
das Triumphkreuz und die Pieta (Maria mit dem Leichnam
Christi) angefertigt, vermutlich in Hamburg. Ein
wertvolles gotisches Kruzifix aus späterer Zeit (wahrscheinlich
17. Jahrhundert) hängt über dem Eingang zum Altarraum. |
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1589 |
hatte
St. Nicolai das erste Gestühl. Nach der Reformation wurde es in
der „Kirche des Wortes“ (besondere Betonung der Reformatoren auf die
Verkündigung des Evangeliums) gebraucht. Das jetzige hat Meister Heinz
Ossenbrüggen 1953 angefertigt. Die Kastenform mit Türen wurde gewahrt,
und die Schnitzereien und schmiedeeisemen Beschläge vom alten Gestühl
wurden ins neue übernommen. |
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1557 |
hat
Valentin Möller aus Itzehoe einen neuen Turm errichtet. Er wird
Mühlenbaumeister gewesen sein; denn die Turmform ist einer Windmühle
ähnlich. Bei alten Kirchen in der Marsch steht der Holzturm immer für
sich, weil der Boden für das Fundament eines Steinturmes nicht geeignet
war. Im
Turm hängen außer der alten Stundenglocke die Königsglocke von
1705 im tiefen Dis, die Ehrenbürgerglocke von 1964 in Cis und
die Kirchenvorstandsglocke von 1973 in Gis. |
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1636 |
am
20. Dezember, also mitten im 30‑jährigen Krieg, stiftete der
Kampener Guts verwalter Mathias
Nowock und seine Frau Wiebe der Kirche einen neuen Altar. Hein
Baxmann in Hamburg schnitzte ihn.Es heißt, er sei einer der schönsten
Dorfkirchen‑Altäre in Schleswig‑Holstein. |
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1694 |
wurden
von der Familie Stindt die schweren Barockleuchter auf dem Altar
gestiftet. |
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1704 |
schenkten
Claus und Margreth Haß der Kirche die prächtige Barockkanzel. |
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Von
üppigen Ornamenten umrahmt, umgeben die vier Evangelisten den Salvator
(Retter = Jesus) den Heiland der Welt, dessen Namen und Wort auf der
Kanzel gepredigt und gepriesen wird. |
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1707 |
ließ
die Kirche die Westempore bauen und sie mit Bildern des Apostolischen
Glaubensbekenntnisses schmücken. |
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1709 |
wurde
der mächtige Armenblock geschmiedet. Er steht unter der Empore |
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1878 |
erhielt
St Nicolai eine Marcussenorgel aus Apenrade. Für Sie wurde ein
Tonnengewölbe gebaut. |
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Das
20. Jahrhundert wird durch wertvolle Stiftungen aus der Familie
Witt‑ Warstede für St. Nicolai von Bedeutung: |
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1929 |
im
Juni die hängenden schmiedeeisernen Leuchter, die eine Kopie derer in Rüllschau
in Angeln sind. |
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1962 |
die
Taufschale, die aus Kupfer getrieben und innen versilbert ist, und
das Tauffenster von Professor Einar Forseth aus Stockholm. Von
ihm ist es das einzige Werk in Deutschland. Links oben: St.
Nicolaus vor einer Hansekogge. Die Mitra in der linken Hand zeigt die
Bischofswürde an. Der Goldklumpen in der rechten Hand symbolisiert den
Reichtum durch Seefahrt und Handel. Rechts
unten: Die
Taufe Jesu am Jordan als Ausdruck der vollen Menschlichkeit Jesu. Rechts
oben: Die Engel beten dieses Wunder der Menschwerdung an. In
diesem Jahr (1962) wurde die Kirche unter der Leitung des Kirchen‑
und Kunstmalers Hermann Wehrmann aus Glückstadt gründlich renoviert
und restauriert. Nach
der Einweihung am 09.12.62 ernannte die Gemeindevertretung Gustavus F.
C. Witt zum Ehrenbürger Beidenfleths. Gustavus
F. C. Witt wurde am 04.08.1892 in Hamburg geboren, lebte in Arosa in der
Schweiz, war verheiratet mit Ella, geb. Stoffel, starb am 30. Mai 1975
in Zumikon bei Zürich. Er ist in Arosa auf dem Bergfriedhof begraben.
In der Taufecke wurde für ihn eine Gedenktafel vom Kirchenvorstand
angebracht. |
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1989/1990
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wurde
der Turm renoviert. Im Verlaufe der Arbeiten wurde ein neues
Fundament für den Turm erstellt. Die 28 großen Feldsteine, die ca. 400
Jahre das Fundament bildeten, wurden dafür unter dem Turm entfernt.
Einer dieser Steine hat seinen Platz an der Seite des Turmes gefunden,
andere sind an verschiedenen Stellen des Dorfes aufgestellt worden. Das
sehenswerte Gebälk des Turmes war bis auf die unteren Teile völlig in
Ordnung, so dass es ohne weiteres noch ein paar Jahrhunderte überdauern
wird. |
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Weitere Bilder unsere Kirche finden Sie hier.